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Das Eritrea Projekt (abgeschlossen 2009)

Die Esel-Initiative e.V. hat sich im Sommer 1995 gegründet, um besonders notleidende alleinerziehende Frauen von der Schwerstarbeit des Wasserschleppens zu entlasten und ihnen eine Starthilfe zu geben. Das Projekt wurde von 1996 bis 2009 in Eritrea durchgeführt und wird seit 2007 im Himalaja fortgesetzt. Kooperationspartner in Eritrea war die Nationale Eritreische Frauenunion (NUEW).

Das eingestellte Projekt in Eritrea

1996 begann die Eselverteilung in der Westprovinz Gash-Barka, im Frühjahr 1998 wurde sie auf die gebirgige Nordprovinz Sahel ausgedehnt, während des Krieges (Mai 1998 bis Juni 2000) auch auf die südliche Red Sea Provinz und auf das Hochland südlich von Asmara. Später konzentrierten wir uns wieder auf Gash-Barka und die Bergregionen in Anseba und der Nördlichen Red Sea Province.

Während des Projekts überwiesen wir alle Spenden in voller Höhe an die Frauenunion in Asmara. Ausgaben für Porto, Infomaterial etc. wurden mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden des Vorstands finanziert. Die NUEW verwendete das Geld für die Vergabe von Eseln an besonders arme, alleinerziehende Frauen und - ab Sommer 2004: für Reitesel als Hebammentaxis. Die Esel wurden verschenkt.

Die alleinerziehenden Frauen erhielten weibliche Tiere, damit sie selbst Nachwuchs aufziehen können. Mit der "Eselin" bekam jede Frau einen 80-l-Wassercontainer aus Kautschuk. Ein Esel plus Wasserbehälter kostete ca. 100 Euro.

Nun haben Frauen, die in der Vergangenheit oft nicht mal ein Huhn besessen haben, einen Esel. Von der Aussicht beflügelt, sich mit dem Esel eine zuverlässige Einkommensquelle zu verschaffen, durchbrechen viele Eselempfängerinnen das traditionelle Rollengefüge: Sie machen sich selbständig, brechen in Männerdomänen ein, demonstrieren, daß alleinerziehende Frauen nicht zu Armut verdammt sind, sondern daß sie mit einer kleinen Starthilfe Wohlstand für ihre Familie erreichen können. Wohlstand, den sie so definieren: genug Wasser, Brennholz zum Kochen, drei Mahlzeiten am Tag, Schule für die Kinder, frei sein von der Angst, am nächsten Tag keine Arbeit zu finden. Der erste größere Wunsch, den sich die Frauen mit dem selbst erwirtschafteten Geld erfüllten, war es vielfach, das Dach ihres Hauses auszubessern oder es neu zu decken.

Haben die Frauen diesen bescheidenen Wohlstand erreicht und sich erholt, bauen viele Frauen sich ein gutes Haus und realisieren eigenständig Geschäftsideen.

Der Esel bringt eine neue Rollenverteilung in die Familien: Wasserschleppen ist Aufgabe nur der Frauen und Mädchen, aber mit einem Esel gehen auch Jungen Wasser holen.

Für die Töchter bedeutet das: mehr Zeit zu haben, zur Schule gehen zu können, vielleicht sogar mal Zeit zum Spielen zu haben.

Seit der Einstellung des Projekts in Eritrea (2009) konzentrieren wir uns auf das Projekt im Himalaya.




Reiseberichte aus Eritrea:
August/September 2008,
November 2007,
Mai/Juni 2005,
Mai/Juni 2004,
Mai/Juni 2003,
Mai/Juni 2002,
Mai/Juni 2001,
Juni 2000,
Februar 1998.















Der Weg Zurück

Der Weg zurück: Manche Frauen müssen stundenlang bergauf bergab laufen, manche tragen nicht einmal Sandalen
Photo: Bodo Peters

















Die mitgegebenen Kautschuk-Container sind sehr praktisch: Ihre große Öffnung erleichtert es den Frauen, das Wasser einzufüllen. Die Tiere bekommen keine offenen Wunden, wie es bei den häufig benutzten Holzgestellen leicht geschieht.















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