Die Volksgruppe der Kunama
In Eritrea leben neun verschiedene Volksgruppen, die, sofern sie in den Provinzen Gash-Barka bzw.
Sahel leben, alle bei der Esel-Vergabe berücksichtigt werden.
In der Provinz Gash-Barka leben südlich von Barentu die Kunama, die kleinste Volksgruppe
Eritreas. Sie sind nilotischen Ursprungs, ursprünglich alle Anhänger einer Naturreligion. Sie
leben jetzt in einem muslimischen Umfeld und sind außerdem umfangreichen Missionierungsversuchen
der Katholischen Kirche ausgesetzt.
Die Kunama sind matrilinear organisiert, vererbt wird also von
der Mutter an die Tochter - nicht vom Vater auf den Sohn. Die Frauen genießen sehr viel mehr
Freiheiten und Entscheidungsgewalt als die Frauen der anderen Volksgruppen.
Die Kunama sind außerdem die einzige Gruppe in Eritrea, die keine
Genitalverstümmelung der Frauen kennt.
Etwa die Hälfte der Kunama hält noch an ihrem Naturglauben fest, die Hälfte hat bereits den Islam
angenommen, andere das Christentum.
Aufgrund des Krieges, aber auch aufgrund der An- und
Umsiedlungspolitik der eritreischen Regierung werden die Kunama aus ihren früheren
Siedlungszusammenhängen herausgerissen und stärker mit den anderen Volksgruppen gemischt, was
den Erhalt ihrer Kultur zusätzlich gefährdet. Verarmung würde den Verlust der eigenen Kultur noch
beschleunigen, den Status der Frauen senken.
Es ist gemeinsames Ziel von Frauenunion und
Esel-Initiative, mit der Esel-Vergabe auch einen Beitrag zum Erhalt der Kultur der Kunama zu leisten.
Das Esel-Programm ist aber nicht speziell und ausschließlich auf eine
Volksgruppe beschränkt, sondern es ist ein
Projekt für notleidende alleinerziehende Frauen auf dem Land, von dem alle
Volksgruppen in den jeweiligen Projektgebieten profitieren.